Wundervolle und zugleich angsteinflößende vierte Ayahuasca Zeremonie
04.05.2024
Heute haben wir auch ganz gemütlich den Tag verbracht mit gutem Essen.
Wir haben heute noch einige Fotos gemacht von uns und der Natur.
Da es gestern fast den ganzen Tag geregnet hat, haben wir den ganzen Tag heute mit tollem Wetter und Sonnenschein sehr genossen.
Heute haben wir sogar eine echt bolivianische heiße Schokolade bekommen, welche aus den Kakaobohnen gemacht wurde, die aus dem Garten bei der „Laguna Verde” gekommen sind, wo wir die kleine Führung bekommen haben.
Die war sehr lecker!
Heute Abend werden wir auch unsere vierte und letzte Zeremonie hier im „Casa de Pawua” mit Niño und seinen Brüdern haben.
Diese Zeremonie machen sie nur für uns, was dann eigentlich schon eine private Zeremonie ist.
Das wird sicher ein toller Abschluss des Retreats sein und ganz besonders werden.
Wir sind beide schon wieder sehr gespannt.
Vor der Zeremonie hat uns Niño immer wieder gesagt, dass unsere letzte Zeremonie „muy fuerte”, also sehr stark, werden wird.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch absolut keine Ahnung, was wir uns darunter vorstellen sollten.
Jetzt, nachdem wir die Zeremonie hatten, muss ich bzw. kann ich nur sagen:
Wow!
Unglaublich!
Wow, wow, wow, wow!!!
Es gibt eigentlich keine Worte, um diese Erfahrung aufs Papier zu bringen!
Ich werde mein Bestes probieren, aber keine Bemühungen werden dafür genug sein.
Einfach zu unglaublich.
Niño ist einfach ein König des Dschungels!
Aber eines nach dem anderen.
Fangen wir am Anfang an.
Wie die letzten Male auch haben wir uns um 20:30 Uhr in der Maloka versammelt und die Zeremonie eröffnet.
Als wir alle unser Ayahuasca von Niño bekommen haben (ich habe direkt am Anfang 1,5 Becher bekommen) und es uns wieder auf unseren Matten bequem gemacht hatten, ging es nicht lange, bis Niño angefangen hat zu singen und seine Instrumente zu spielen.
Für diese Zeremonie hat Niño auch ein ganz spezielles Gewand angezogen, welches sehr eindrucksvoll von Anfang an ausgesehen hat und irgendwie eine starke Energie abgegeben hat.
In der ersten Stunde oder etwas darüber habe ich wieder nur ganz leicht etwas gespürt, während mein Papa schon ordentlich am Kämpfen und Arbeiten war.
Während Niño mit meinem Papa gearbeitet hat, hatte ich die ganze Zeit darüber nachgedacht zu fragen, ob ich noch etwas mehr Ayahuasca bekommen könnte.
Da ich ihn aber bei der Arbeit mit meinem Papa nicht stören wollte, habe ich gedacht, ich setze mich aufrecht hin, damit er bei einer kleinen Pause vielleicht fragt, ob alles okay ist.
Ich dachte, dass ich diese Gelegenheit nutzen würde, um noch einmal nach einem kleinen Becher zu fragen.
Da er aber nach einer ganzen Weile so überhaupt keine Anstalten gemacht hat, mich nochmal anzusprechen, musste ich mich damit zufriedengeben, dass ich nichts mehr bekommen werde und womöglich wieder nicht viel spüren werde.
Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass er wusste, was noch kommen wird, und deshalb nicht auf mich zugekommen ist.
Somit habe ich mich wieder hingelegt und gehofft, dass Ayahuasca wenigstens helfen wird, meinen Papa zu heilen.
Dann wäre ich auf jeden Fall sehr zufrieden und glücklich.
Trotzdem habe ich dann immer wieder gedacht, dass es trotz allem, da es unsere letzte Zeremonie ist, schön wäre, die Gelegenheit zu haben, mich bei Ayahuasca nochmal persönlich für alles zu bedanken.
Und noch einmal, wenn auch nur für einen kurzen Moment, in der Welt von Ayahuasca zu sein.
Und dann, als hätte Ayahuasca gehört, was ich mir gewünscht habe, hat sie sich langsam, aber sicher angenähert und mich auf eine weitere, letzte Reise abgeholt und mitgenommen.
Bisher auf diesem Retreat waren die Farben, speziell in der dritten Zeremonie, recht realistisch und nicht zu grell.
Jetzt aber, als ich dieses Mal abgeholt wurde, waren die Farben unglaublich hell und grell, schon fast Neonfarben.
Von der kompletten Farbpalette etwas, und es wurde immer heller und intensiver.
Jetzt kommt der Teil, der eigentlich unmöglich ist zu beschreiben…
Alles war bunt und hat sich bewegt.
Es gab viele übereinandergelegte Schichten, die sich übereinander in unterschiedlichen Richtungen verschoben haben.
Bis auf einmal überall und aneinander sehr helle und bunte sechseckige Puzzleteile in verschiedenen Farben, überall um mich herum waren, und sich alles wie ruhige Wellen auf dem Ozean bewegt hat.
Von links nach rechts und auf und ab.
In den jeweiligen Sechsecken waren kleine bis große Insekten, die sich gewunden und gedreht haben, als würden sie eine Evolution durchmachen.
Käfer, Würmer, Raupen, Ameisen, Schmetterlinge, Moskitos, Maden, auch Bakterien und Zellen und alles, was man sich noch vorstellen kann.
Das ging eine ganze Weile so, und ich kam aus der Bewunderung kaum raus.
Immer wieder habe ich mich bei Ayahuasca bedankt, dass sie sich doch noch die Zeit genommen hat und mich auf diese einzigartige Reise mitgenommen hat.
Ich musste auch immer wieder denken, dass dies ein unglaublich toller Abschied von einem unvergesslichen Retreat ist und dass ich jetzt auf jeden Fall zufriedengestellt bin.
Und dann ging es erst richtig los!
Kaum zu glauben, aber das war wirklich erst der Anfang.
Ich kann nicht mehr ganz genau sagen, wie es genau zu dem Switch bzw. Übergang gekommen ist, aber auf einmal war ich in der Welt der Dinosaurier.
Ich war plötzlich auf einer großen weiten Grasfläche, umgeben von einem riesigen wilden Dschungel.
Überall sind Dinosaurier herausgelaufen.
Es war wirklich so, als wäre ich komplett real in diese Welt und in diese Zeit gesprungen.
Die Dinosaurier sind einfach direkt an mir vorbeigelaufen und haben mich nicht groß beachtet.
Es waren auch nur große Pflanzenfresser zu sehen, weit und breit keine Fleisch- bzw. Aasfresser wie z. B. ein Tyrannosaurus Rex oder Raptoren zu sehen.
Momentan lese ich das Buch von Bill Bryson, „A Short History of Nearly Everything”, und immer wieder sind die Forscher, die die ersten Dinosaurierknochen gefunden haben und die ersten Beweise für die Ära der Dinosaurier geliefert hatten, am Himmel aufgetaucht und wieder verschwunden.
Immer wieder hatte ich fast identische Erlebnisse wie in Jurassic Park.
Ich war mittendrin.
Immer wieder war ich in diesem Laboratorium, in dem sie die Eier großgezogen bzw. ausgebrütet haben, und habe mir die Prozesse angeschaut.
Dann war ich auf einmal in dem Jeep, mit denen sie durch die Parks und Zonen gefahren sind.
Jedoch gab es bei mir keine Zäune, sondern offene Flächen und riesige Regenwälder.
Und auf einmal war das Gefühl von Jurassic Park wieder weg.
Die Jeeps waren weg, und ich war wieder alleine, ohne Jeep, auf der großen weiten Grasfläche.
Auf einmal waren ganz viele riesige Moskitos und riesige Libellen um mich herum und haben mich immer wieder versucht anzugreifen und zu stechen.
Ein paar haben es auch geschafft, und andere sind ganz knapp an mir vorbeigeflogen.
Wenn ich sage riesig, dann ist die Größe vom Körper circa ein Meter bis 1,5 Meter lang und eine Spannweite von circa zwei Metern.
Also wirklich riesig!
Dort in dieser Welt war ich wirklich sehr lange und habe jeden Moment unglaublich genossen.
Und auf einmal, wie aus dem Nichts und komplett unerwartet, hat irgendetwas, ein Jaguar, so dermaßen gebrüllt und gekreischt, dass es mich auf einen Schlag komplett aus dieser Welt der Dinosaurier gerissen hat.
Mir ist fast das Herz stehen geblieben, und es hat mir eine unglaubliche Angst eingejagt.
Das hat meine innere Welt komplett erschüttert, sodass es mir durch Mark und Bein gegangen ist.
Diese Angst und Panik ist unmöglich zu beschreiben.
Ich dachte, jetzt ist meine Zeit gekommen, um zu sterben und vom Jaguar gefressen zu werden.
Ich bin so erschrocken, und es war so real, dass ich sofort (und auch das einzige Mal überhaupt) die Augen aufgerissen habe, um zu sehen, wo der Jaguar war.
Ich hatte das Gefühl, als wäre der Jaguar mitten in der Maloka und kurz davor, uns zu verspeisen.
Es war unbeschreiblich furchterregend, einfach furchterregend!
Als ich also vor lauter Schreck die Augen aufgerissen habe, konnte ich tatsächlich einen riesigen Jaguar in der Maloka sehen, welcher sich kurz darauf mit unserem Schamanen fusionierte.
Beim zweiten Schrei stand eine Kombination von Jaguar und Schamane vor mir und erschütterte alles um mich herum und in mir durch alle existierenden Dimensionen und brachte es zum Beben.
Jede gerade Linie, die ich gesehen habe, hat sich wie bei hohen Frequenzen verzogen und verzerrt.
Diese Furcht und Panik habe ich bis in jeden Winkel meines Körpers gespürt.
Ich weiß nicht, ob ich mich jemals in meinem Leben so vor etwas gefürchtet habe.
Ich werde nie gut genug beschreiben können, wie furchterregend das war.
Da ich zu diesem Zeitpunkt eben meine Augen offen hatte, hätte ich meinen können, dass ich in der Dachverstrebung der Maloka noch eine riesige Anaconda ihre Runden ziehen sehen konnte.
Und ein paar andere Tiere noch, aber da ich so erschüttert war durch das Fauchen des Jaguars, konnte ich nicht wirklich etwas erkennen.
Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich mich wieder etwas beruhigt hatte.
Als ich mich schließlich wieder etwas beruhigt hatte, bin ich nach und nach wieder in die Welt der Dinosaurier getaucht, aus der ich zuvor so gewaltvoll entrissen worden bin.
Für die restliche Zeremonie musste bzw. wollte ich immer wieder an diesen Schreckmoment denken und habe verstanden, dass dieser Moment eine Art Warnung von Ayahuasca an mich war.
Auch wenn uns Ayahuasca helfen, heilen oder Freude bescheren kann, kann sie uns ebenfalls genauso leicht das Fürchten lehren, wenn sich Ayahuasca dazu entscheiden würde.
Man sollte Ayahuasca immer mit Respekt und Demut begegnen und ihre Heilkraft nie für selbstverständlich halten.
Ayahuasca und Mutter Natur sind ein Geschenk, welches man immer schätzen und als ganz besonders wahrnehmen sollte.
Ansonsten kann Ayahuasca ganz schnell die Hölle auf uns hetzen und uns mental brechen und zerstören.
Ayahuasca und Mutter Natur sind extrem mächtig.
Als ich also wieder in der Welt der Dinos war, bin ich ganz entspannt auf der großen Wiese gelegen und habe den Moment genossen.
Als der Schamane Niño mit einem Pflanzenwedel mir an meinen Füßen kitzelte und langsam an meinem Körper auf und ab kitzelte, habe ich in Gedanken liegend auf der großen Wiese die Augen aufgemacht und gesehen, wie mich ein Dinosaurier von oben bis unten beschnüffelte.
Da musste ich gerade schmunzeln und grinsen.
Als dann Niños Hund Montesuma noch seine nasse Nase in mein Gesicht gedrückt hat und über mich gelaufen ist, hatte ich das Gefühl, dass sich ein weiterer Dinosaurier für mich interessierte und mein Gesicht abschleckte.
Das hat mich irgendwie sehr gefreut, was mich an eine gute Verbindung zu den Dinos erinnerte.
Aufgrund dieses Gefühls musste ich dann an meine Familie denken.
Und auf einmal habe ich die groben Konturen meiner beiden Großväter gesehen, welche ich aber eben nicht genau genug sehen konnte.
Ich wusste aber irgendwie, dass sie es waren.
Erst als dann meine beiden Großmütter in Erscheinung traten, konnte ich auch meine Großväter sehen.
Vermutlich einfach, weil sie sich gegenseitig ergänzen.
Dann sind auf einmal meine Eltern aufgetaucht, und mir ist bewusst geworden, wie gut bzw. hervorragend sie mich und meinen Bruder erzogen haben und wie dankbar wir für solche tollen Eltern sein müssen.
Mit voller Hingabe und Aufopferung haben sie uns immer versucht, uns alles zu ermöglichen, was wir wollten oder gebraucht haben.
Bei meiner Mama bin ich auch längere Zeit hängengeblieben und musste feststellen bzw. zugeben, dass ich nicht immer fair zu ihr war.
Auch zu meinem Vater, aber in diesem Moment hat sich alles um meine Mama gedreht.
Es wird höchste Zeit, dass ich die Liebe zu meiner Mama besser zeige und sie öfter in den Arm nehme und ihr genauso Halt und Sicherheit gebe, wie sie es all die Jahre getan hat.
Sie hat uns immer so gut sie konnte, und noch mehr, versucht, uns unter die Arme zu greifen, egal um was ich bzw. wir sie gebeten haben.
Und es wird Zeit, dies zu schätzen und zurückzugeben!
Sobald ich von dieser Reise zurückkomme, wird sich das ändern.
Dann habe ich meinen Bruder mit seiner Familie gesehen.
Als ich meine Nichte gesehen und bewundert habe, ist mir aufgefallen, dass ich meine Nichte noch nie auf dem Arm hatte und dass ich auch das unbedingt ändern muss bzw. möchte.
Als die Tochter meines Bruders drei Tage alt war, hat er es mir angeboten, sie zu halten.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nein gesagt, weil ich der Meinung war, dass die ersten Tage eines neuen Lebens sehr wichtig sind, um nur bei den Eltern zu sein.
Das neue Leben muss sich erst auf ihre Eltern und die neue Welt einstellen und gewöhnen.
Der Übergang sollte meiner Meinung nach so sanft wie möglich sein, und am Anfang wollen sicher sowieso schon viel zu viele Menschen das Baby auf der Welt willkommen heißen.
Einige, die selbst schon Kinder bekommen haben, könnten das mit Sicherheit bestätigen.
Seitdem hätte es aber schon mehrere Male gegeben, wo es sich angeboten hätte, aber ich nicht gefragt habe.
Das tut mir unglaublich leid, da es den Bernd sicher auch gefreut hätte.
Immerhin bin ich der Onkel von der Kleinen.
Das werde ich auch schnellstmöglich ändern, sobald ich wieder zu Hause bin.
Dann sind mir nach und nach alle Mitglieder unserer großen Familie vor Augen gekommen, von Onkel und Tanten, Taufpaten, Cousinen und Cousins und deren Kinder, einfach jeden Einzelnen.
Dann ist mir eingefallen, dass ich nach meiner letzten Reise einmal im Monat ein Treffen organisieren wollte, wo alle eingeladen sind zu kommen, wenn sie Lust und Zeit haben, um sich nicht komplett aus den Augen zu verlieren.
Ich muss einfach mal den ersten Schritt machen und die Hand ausstrecken.
Einer muss den ersten Schritt machen.
Das werde ich nun machen.
Zwischendrin hatte ich immer wieder die Fabel bzw. die Umgebung der Dinos um mich herum.
Dann, als die Zeremonie langsam, aber sicher zum Ende kam, hat Niño noch einmal richtig kräftig und laut gesungen.
Es war ein wundervoller Song, und er hat so laut gesungen, dass ich das Bild von ihm als „Shaman Maestro” vor mir hatte.
Er stand auf einer Bergkette und hat lautstark in die Berge und den Regenwald hineingesungen, sodass ihn die ganze Welt und alle Dimensionen gehört haben.
Mit seinem unglaublich tollen und energiegeladenen Gewand.
Er hatte die Hände in die Luft gestreckt, als er gesungen hat, und ich konnte nur denken, dass er ein wahrlicher König des Dschungels und ein Meister im Umgang mit Ayahuasca ist.
Ich bin ihm für viele unglaubliche Dinge unermesslich dankbar und werde ihn in meinem Leben nie vergessen.
Ich bin ihm auf ewig etwas schuldig, und ich werde mir etwas überlegen, wie ich es ihm irgendwann zu kleinen Teilen zurückgeben kann.
Vielen herzlichen Dank für all die unglaublichen Erfahrungen, die ich mit dir machen durfte!
Als die Zeremonie dann fast zu Ende war, habe ich die Gelegenheit noch genutzt, um mich von ganzem Herzen noch einmal bei Ayahuasca und Pacha Mama für dieses unglaubliche Retreat und diese unglaubliche abschließende Zeremonie zu bedanken!
Zu diesem Zeitpunkt waren noch wunderschöne und sehr farbenfrohe Muster zu sehen!
Und als dann Niño und sein Bruder die Zeremonie und das abschließende Ritual eingeleitet haben, habe ich mitbekommen, dass sie einige Zeit gebraucht haben, um meinen Papa aufzuwecken.
Ich habe mehrmals gehört, wie sie ihn mit seinem Namen angesprochen haben und er einfach nicht reagiert hat.
Klaus…, Klaus…, Klaus…
Ich bin mir nicht sicher, ob zehnmal gereicht haben, bis er einen kleinen Schreck bekommen hat und aufgewacht ist.
Ich musste richtig grinsen und habe schon fast in mich hineingelacht.
Es hatte den Anschein, als hätte er den Kampf gegen den Krebs gewonnen und hat sich dann eine wohlverdiente Pause gegönnt.
Als die Zeremonie dann vorbei war, haben wir noch eine Weile geredet, bevor wir uns langsam auf den Weg nach unten machten.
Als ich dann unsere Kissen und Decken in unsere Hütte gebracht habe, habe ich einen großen, circa 30 cm langen Gecko bei uns an der Wand gesehen.
Ich musste ihn eine Weile bewundern, da ich mir nur gedacht habe, hier sitzt einer der letzten Überbleibsel der Dinosaurier-Ära.
Was für ein Zufall, dass ich den bisher einzigen Gecko auf dieser Heilungsreise ausgerechnet dann sehe, kurz nachdem ich im Land der Dinosaurier war.
Ob das stimmt oder nicht, kann ich momentan leider wirklich nicht sagen, aber es hatte auf jeden Fall den Anschein, als wäre es so gewesen.
Einfach alles unglaublich!
Was für eine Erfahrung!
Ach ja, das Klo-Erlebnis:
In der vierten und letzten Zeremonie wollte und habe ich es anfangs auch so gemacht wie in der dritten Zeremonie, als ich bestimmt habe, wann ich und ob ich aufs Klo gehe.
Das hat auch für 75 % der Zeremonie geklappt.
Doch auf einmal wurde mir ganz schwindelig und schlecht, und ich hatte auf einmal einen richtigen Druck im Hals.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen zu zweifeln, ob ich es dieses Mal auch kontrollieren konnte.
Dann auf einmal hat mir Ayahuasca gesagt, dass ich mir jetzt raussuchen muss, ob ich aufs Klo gehe oder mich übergebe.
Aber aus irgendeiner Körperöffnung drückt Ayahuasca jetzt eine große Menge aus mir heraus.
Ob ich will oder nicht.
Aber ich habe wenigstens die Wahl, wo.
Nur muss ich mich schnell entscheiden.
Also habe ich mich recht schnell auf den Weg aufs Klo gemacht, weil ich mich nicht unbedingt übergeben wollte.
Der Weg aufs Klo war sehr beschwerlich, da es mir sehr schwindelig war und ich auch mit dem Gleichgewicht schwer zu kämpfen hatte.
Aber es war allerhöchste Zeit, da sich der Druck im Hals immer weiter erhöhte.
Und als ich dann endlich auf dem Klo gesessen bin, ging es dann auch schon los.
Es war eine unglaubliche Erleichterung, so viel kann ich sagen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Es ging eine Weile, bis ich alles erledigt hatte, aber der Druck im Hals hat direkt von Anfang an abgenommen, und als ich fertig war, war der Druck komplett weg.
Dann ging es mir wieder gut, und ich konnte zurück in die Maloka wackeln.
Und ein paar Minuten später war ich wieder in einer anderen Welt.
05.05.2024
Heute am Morgen, nach unserer letzten Zeremonie, waren wir noch so geflasht, dass wir nicht wussten, wie wir das Erlebte in Worte fassen können.
Das Reden war für mich noch sehr schwer.
Da wir uns nach dem Frühstück auch schon bald bereit für den Rückweg nach Rurrenabaque gemacht haben, haben wir uns dazu entschieden, uns noch etwas Zeit zu geben, die Gedanken zu ordnen, und erst in Rurrenabaque alles aufzuschreiben.
In Rurrenabaque angekommen, wurden wir wieder am „Hotel Pampas & Selva” abgesetzt und haben uns dann dort für unseren restlichen Aufenthalt in Rurrenabaque einquartiert.
Dann haben wir uns im La Cabaña Restaurant etwas Leckeres zum Mittagessen gegönnt und danach auf der Dachterrasse angefangen, unsere Erlebnisse niederzuschreiben.
Wir haben an diesem Tag bis spät in die Nacht geschrieben, bis wir alles einigermaßen formuliert hatten.
Das Schreiben ist ein sehr wichtiger Prozess und sollte sehr ernsthaft betrieben werden.
06.05.2024
Für heute und morgen hatten wir eigentlich noch einen Angelausflug über zwei Tage und eine Nacht geplant, aber daraus wurde leider nichts.
Wir wären mit Niño und einem seiner Freunde losgezogen, aber leider hat sein Freund heute Morgen sehr kurzfristig abgesagt.
Aber der alternative Plan war auch wirklich super!
Wir haben mit Niño und seinen Brüdern Chiqui und Arnold einen Tagesausflug in den nicht zu weit entfernten Nationalpark „Madidi El Bala” gemacht.
Ein wirklich schöner Nationalpark mit wunderschönen Pflanzen und Tieren.
Auf dem Weg haben wir noch einen kleinen Stopp flussaufwärts des Flusses Beni eingelegt, um einen super leckeren, selbst gepressten Rohrzuckersaft zu trinken.
Wir durften ihn in einer großen alten Holzsaftpresse mit großen Rollen und einem langen Baumstamm als Hebel selbst pressen.
Der Rohrzuckersaft wurde dann in eine Kokosnuss-Schale gefüllt, und wenn man wollte, konnte man noch eine halbe Limone reinpressen, was ich auch gemacht habe.
Der Geschmack war unglaublich gut!
Es war auch sehr überraschend, wie viel Saft aus den nur drei Rohrzuckerstangen rausgekommen ist.
Es waren sicher knappe zehn Liter.
Dort haben wir noch das Mittagessen vorbestellt und sind dann weiter flussaufwärts gefahren.
Als wir an unserer Location angekommen waren, haben wir zwei Spaziergänge an unterschiedlichen Stellen gemacht, welche beide auf ihre eigene Weise sehr schön und mitten im Dschungel waren.
Auch wenn es zwischendurch sehr stark geregnet hat, war es ein tolles kleines Abenteuer.
Wir haben auch recht viele verschiedene Tiere gesehen (Affen, Spinnen, Termiten, Dschungelschweine, Adler, Papageien usw.).
Auf einen hohen Aussichtsturm sind wir auch noch raufgeklettert, welcher aber eigentlich nicht mehr begehbar war, weil fast alles aus mehr oder weniger verrottetem Holz bestand.
Man musste ganz vorsichtig laufen und mehrere Stufen auslassen, weil diese einfach zu kaputt waren und gebrochen wären, wäre man draufgestanden.
Selbst wenn man ganz vorsichtig gelaufen ist, war es ein Lottospiel, ob die Stufen jetzt bei einem selbst noch halten oder brechen! 😀
Am Ende lief uns dann noch etwas die Zeit davon, und wir mussten uns ordentlich beeilen, um noch einigermaßen pünktlich zum Mittagessen oder eher zum sehr späten Mittagessen um circa 16:00 oder 17:00 Uhr zu kommen.
Das Essen selbst war hervorragend!
Es gab Fisch in frischen Bananenblättern und in Bambusrohr gekocht mit typischen bolivianischen Beilagen.




